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Die Geschichte der Wasserkuppe
Vor 20
Millionen Jahren entstand die Wasserkuppe durch vulkanische
Tätigkeit.
Ursprünglich war die Wasserkuppe mit Buchenwald bedeckt. Eine
verstärkte Besiedelung der Rhön erfolgte in den Jahren 800 – 1300.
Eine weitere Periode starken Bevölkerungswachstums führte im 16.
und 17. Jahrhundert zu weiteren Landgewinnungen, Köhlerei und
Kahlschlag. Der Wald wurde auch als Waldweide genutzt. Es
entstanden die offenen Borstgraswiesen mit ihrer Vielfalt an
Pflanzen und Insekten. Es entstand die Kulturlandschaft Rhön, das
"Land der offenen Fernen".
Die Ersten auf der
Wasserkuppe waren die Wanderfreunde des Rhönklubs. Sie
bauten eine Schutzhütte, die am 2. Juni 1879 eingeweiht wurde.
1884 wurde die erste Gaststätte auf der Wasserkuppe eröffnet.
Sie war nur im Sommer geöffnet und wurde von Karl Sorg aus
Poppenhausen betreut.
Oskar Ursinus gründete
1909 in Frankfurt den "Flugtechnischen Verein". Ursinus legte
den Grundstein für die rasante Entwicklung des Segelflugs in
Deutschland.
Im Jahre 1911
entdeckten Studenten der TU Darmstadt die Wasserkuppe für den
Segelflug. Die hindernisfreien Hänge waren ideal für Flugversuche.
Die in 1909 in Darmstadt gegründete Flug-Sport-Vereinigung (FSV)
stellte 1912 und 1913 die ersten Segelflugrekorde
auf der Wasserkuppe auf. Am 22. Juli 1912 war Hans Gutermuth 1
Minute und 52 Sekunden in der Luft und flog 835 Meter weit.
Der erste Weltkrieg
unterbrach die Fliegerei auf der Wasserkuppe. Erst in 1920
kamen die Flieger in die Rhön zurück.
Vom 15. Juli bis 31.
August 1920 fand der 1. Segelflugwettbewerb statt (organisiert
von Ursinus). Der Segelflug gewann große Bedeutung durch das
Verbot des Motorflugs im Versailler Vertrag.
Am 9. August 1920
stürzte der Darmstädter Eugen von Loessl am Westhang des Berges
150 Meter in die Tiefe und starb. Am gleichen Tag, 24 Jahre zuvor
verunglückte Otto Lilienthal. Seit dem ist der 9. August
Gedenktag für verstorbene Flieger. Bis heute findet jedes Jahr
am 9. August am Fliegerdenkmal eine Gedenkstunde statt.
Am 30. August 1923
wurde am Westhang das vom Münchener Architekten Johannes Mosner
geschaffene Fliegerdenkmal eingeweiht.
1922:
Das Preußische Meteorologische Institut veranlasste die
Einrichtung einer meteorologischen Station (Geburtsstunde der
Wetterstation).
Im Jahre 1924
wurde die erste Straße vom Tal zur Wasserkuppe gebaut. Im gleichen
Jahr wurde die erste Flugschule gegründet, die aber ein
Jahr später wegen Geldmangel ihre Pforten wieder schließen musste.
Fritz Stamer war der erste Fluglehrer.
1925
wurde das Ursinus-Haus errichtet, hier ist noch heute der Deutsche
Wetterdienst beheimatet (eine von 500 Stationen in Deutschland).
Im Sommer 1928
wurden von Max Vallier, Friedrich Wilhelm Sander und Fritz von
Opel die ersten Raketenstarts auf der Wasserkuppe erprobt wurden.
Fritz Stamer flog den ersten Prototypen eines Flugzeuges mit
Düsentriebwerk.
Zum Segelflugwettbewerb
1930 starteten Teilnehmer aus fast allen europäischen
Ländern.
1930
gelang es erstmals auf der
Wasserkuppe die Thermik (eine durch Sonnenwärme entstehende
Luftströmung) auszunutzen und Strecken von über 100 Kilometer
Länge zurückzulegen. Die Wasserkuppe gewann wegen des Segelflugs
im "Dritten Reich" an militärischer Bedeutung. Die Nazis fanden
hier die flugbegeisterte Jugend und das Know how, dass sie zum
Aufbau der Luftwaffe benötigten. Die Flieger wurden zum "Volk der
Flieger" verklärt. Die Flugsportgruppen und –vereine wurden
gleichgeschaltet. In dieser Zeit wurde auch der größte Teil der
Kasernenanlage errichtet (Baubeginn: 1932). 1938 hatte die
Flugschule 40 Mitarbeiter.
1943
wurde die Wasserkuppe bombardiert, es gab 20 Tote und viele
Schwerverletzte. Die Flugzeughalle wurde getroffen und alle
Maschinen fielen dem Angriff zum Opfer. Der Flugbetrieb wurde
eingestellt.
Am 4. August 1950
wurde der "Deutsche Aero-Club" (Präsident Wolf Hirth,
Generalsekretär Fritz Stamer) in Gersfeld gegründet, und 1951
hoben die Alliierten das Verbot auf, Segelflugzeuge
herzustellen und zu besitzen.
1953:
Erste Segelfluglehrgänge nach dem Krieg
Seit 1960 gibt es
die Bergwacht-Bereitschaft.
1963
wurde der erste Skilift von
Josef Wiegand errichtet. Er wurde auf dem schneesicheren
Wasserkuppennordhang, der 1963 noch mit Bombentrichtern übersät
war, gebaut. Seit 1976 gibt es hier auch die
Sommerrodelbahn und seit 1998 den Rhönbob.
1970
wurde das Deutsche
Segelflugmuseum zum 50. Jubiläum des Segelflugs eingeweiht.
1975
kam der Drachenflug hinzu, einige Jahre später die
Gleitschirmflieger.
Seit dem 26. April
1986 (Reaktorkatastrophe in Tschernobyl) überwacht der
Deutsche Wetterdienst auch die Radioaktivität.
1989:
Durch den Fall der Mauer wurde der Himmel über der Rhön wieder
grenzenlos.
Militärische
Nachkriegsnutzung
Kurz nach dem zweiten
Weltkrieg wurde das Gelände um das Ursinus-Haus, Groenhoff-Haus
und Lilienthalhaus hermetisch abgeriegelt. Die Engländer
errichteten eine Relaisstation.
Später gingen die Anlagen
an die Amerikaner über. Die Amerikaner prägten fortan das Bild des
Militärgeländes, sie bauten vorhandene Gebäude aus und ließen neue
entstehen. Zeitweise waren 400 Soldaten auf der Wasserkuppe
stationiert.
Große Bedeutung hatte die
Wasserkuppe während der Berlin-Blockade: Die Lufttransporte von
Frankfurt nach Berlin wurden von den Amerikanern auf der
Wasserkuppe koordiniert.
Zeitweise standen 5
Kuppeln auf der Wasserkuppe. In den 80iger Jahren
prägten 4 Kuppeln den Berg. Drei davon wurden 1989
abgerissen und eine neue gebaut. In dieser wurde erst 1994
- als der kalte Krieg beendet war - ein neues Radargerät
installiert. Zwei Kuppeln bestimmten von da an das Bild der
Wasserkuppe. Die ältere von den beiden Kuppeln wurde im Herbst
1998 abgerissen. Die Technik wurden nach Potsdam verlegt.
Seit 1972 ist die
Bundeswehr offiziell auf der Wasserkuppe tätig. Am 1. Januar
1979 ging das Wasserkuppengelände vollständig an die
Bundeswehr über.
Im Jahre 1998
begann die Bundeswehr mit ihrem Abzug (Folge des Mauerfalls).
Neue zivile Zukunft
Am 8. Dezember 1998
zog die Hessische Verwaltungsstelle Biosphärenreservat Rhön von
Ehrenberg-Wüstensachsen auf die Wasserkuppe ins Groenhoff-Haus.
Die historischen Gebäude
des ehemaligen Truppenunterkunftsbereiches soll nun in eine zivile
Nutzung unter dem Leitbild "Jugend - Flieger - Natur" überführt
werden. In partnerschaftlicher Organisation wollen die Deutsche
Jugend in Europa, die Flieger der Wasserkuppe und das
Biosphärenreservat u.a. eine Jugendbildungsstätte, eine
Biosphärenreservats-Akademie sowie ein Informationszentrum
einrichten.
Die laufende Unterhaltung
der Gebäude Groenhoff-Haus, Lilienthal-Haus und Ring-Haus wird auf
mindestens 500.000 DM jährlich veranschlagt. Die Unbilden der
Natur verursachen Jahr für Jahr erhebliche Schäden. 200.000 DM
werden für Heizenergie benötigt.
Weitere
Besonderheiten:
- Rundwanderweg rund um
die Wasserkuppenstellung (ca,. 30 min), Faltblatt mit
Informationen im Groenhoff-Haus, Verwaltungsstelle
Biosphärenreservat erhältlich.
- Dia-Schau "Die Rhön"
und kleiner Informationsbereich im Groenhoff-Haus,
Biosphärenreservat Rhön
- Rundflüge können bei
der Segelflugschule geordert werden
- Deutschlandweit
einzigartiges Segelflugmuseum
- Regionalladen mit
hochwertigen regionalen Produkten im Groenhoff-Haus
- Ausgangspunkt für
Wanderungen und Spaziergänge zu Fuldaquelle (15 Min),
Schafstein
(1 h), Pferdskopf (1h)
- Aussichtspunkt mit
Blick in die Kuppenrhön und ins Fuldatal
- Wertvolle
Borstgrasrasen im Umfeld
Quelle:
http://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/
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